Computersicherheit

Hier möchte ich Ihnen einen kleinen Überblick über wichtige Regeln zur Sicherheit Ihres PCs und Ihrer Daten geben.
In seiner Kürze erhebt er allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Grundsätzlich ist es wichtig, einen passenden, persönlichen Kompromiss zwischen Sicherheit und Komfort zu finden.

Sorgen Sie für regelmäßige Updates des Betriebssystems und des Virenscanners

Obwohl die Windows-Updates gefühlt immer zur Unzeit auftauchen, sind sie unverzichtbar.
Microsofts Patches stopfen nicht nur Sicherheitslücken, sondern beseitigen auch nervige Bugs und installieren neue Funktionen. Verzichten Sie auf diese Aktualisierungen, ist Ihr System u.U. leichte Beute für Online-Ganoven.
Dann hat womöglich schon der Besuch einer manipulierten Webseite fatale Folgen – Spione und Botnetz-Betreiber können beliebigen Schadcode auf Ihrem Rechner ausführen.
Externe Virenscanner sind unter Windows 10 inzwischen  überflüssig. Der in Windows 10 integrierte „Defender“ hat sich zu einer ausgereiften und konkurrenzfähigen Alternative zu anderen kostenlosen Virenscannern gemausert.

Wägen Sie Sicherheit gegen eventuellen Performanceverlust ab, verzichten Sie aber auf jeden Fall auf den parallelen Einsatz mehrerer Antivirenlösungen. Schlimmstenfalls eliminieren, bestenfalls bremsen sie sich gegenseitig.
Als Ergänzung ist jedoch ein Tool wie Malwarebytes bzw. adwcleaner ganz hilfreich – lassen Sie es gelegentlich über Ihren PC scannen.

Sichern Sie Ihre Daten

Externe Speichermedien wie USB-Festplatten sind längst für jedermann erschwinglich geworden. Auch Online-Speicher wie Dropbox, OneDrive etc. wären eine Möglichkeit, Ihre Daten in Sicherheit zu bringen. Richten Sie ein Backup ein und führen Sie es regelmäßig aus.
Damit sind bei einem Totalausfall Ihres Systems durch z.B. Festplatten-Defekt oder Zerstörung durch Virenbefall zumindest Ihre wertvollen Daten (z.B. Fotos, Briefe, Mails) gerettet.

Lassen Sie sich Datei-Endungen anzeigen

Aus unerfindlichen Gründen will es eine Windows-Voreinstellung, dass Dateiendungen ausgeblendet werden. Sie können so nur anhand der Symbole unterscheiden, ob es sich bei einer Datei um ein harmloses Bildchen oder vielleicht ein boshaftes Programm handelt. So können Sie das Risiko beim Öffnen einer Datei im Vorfeld schlecht einschätzen.
foto.jpg oder foto.jpg.exe ?
Deaktivieren Sie daher unbedingt im Windows-Explorer die Einstellung „Erweiterung bei benannten Dateitypen ausblenden“
Diese Einstellung finden Sie in Vista und Windows 7 unter Organisieren -> Ordner- und Suchoptionen -> Ansicht.
In Windows 8 und 10 aktivieren Sie im Menüband „Ansicht“ ->Befehlsgruppe „Ein-/ausblenden“ ->“Dateinamenerweiterungen“.

Programm-Updates

Lassen Sie die Windows-Updates aktiviert, damit Sicherheitslücken im Betriebssystem geschlossen werden können.
Eine sehr empfehlenswertes Tool, das den Update-Status Ihrer installierten Programme prüft, ist der Personal Software Inspector von Flexera (früher Secunia).
Falls Updates nötig sind, werden Sie auf die korrekten Hersteller-Seiten weitergeleitet.

Benutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand

Öffnen Sie nicht jeden Dateianhang einer Mail, der „vielleicht interessant“ sein könnte.
Seien Sie besonders skeptisch bei Mails von unbekannten Absendern oder in Sprachen, in denen Sie normalerweise nicht kommunizieren.
Wenn Sie unsicher sind, speichern Sie erhaltene Dateien erst ab und lassen Sie sie durch Ihren Virenscanner überprüfen.

Installieren Sie nicht jeden Schmarrn

So verlockend die Programm-Funktionen auf der neuen Gratis-CD oder in der Download-Empfehlung auch sein mögen: Brauchen Sie sie wirklich?
Wenn nicht: Ein stabiles und aufgeräumtes System wird es Ihnen danken.
Tools zur Systembeschleunigung oder -verbesserung, Bildschirmschoner usw. usf. können Ihnen unerwünschte „Zusatzfunktionen“ einbrocken und vermüllen eher Ihr System, als das sie es optimieren.
Verzichten Sie auf den Einsatz von Toolbars in den Browsern (bei Programminstallationen auf die Deaktivierung achten), denn sie stellen ein Sicherheitsrisiko dar!
Oft spuckt auch Google bei der Suche nach Zusatzsoftware allerhand zwielichtige Webseiten aus, die kostenpflichtige Versionen anbieten oder gar Schadsoftware (Malware, Viren, Trojaner) enthalten! Halten Sie also bei der Suche die Augen offen und laden Sie sie möglichst auf den Herstellerseiten oder auf seriösen Portalen wie z.B. zdnet.de oder heise.de herunter. Ggf. schicken Sie das Programm durch den Virenscanner (Defender)

Das leidige Thema „Passwörter“

Verwenden Sie sichere, d.h. nicht leicht zu erratende Passwörter.
Aus Bequemlichkeit überall das gleiche Passwort zu verwenden, ist sicherheitstechnisch einer der größten Fehler, den Sie begehen können.
Natürlich kann sich kein Mensch dutzende unterschiedliche Passwörter merken – deshalb kommen Sie wahrscheinlich nicht um das klassische Notizbuch oder (besser!) um einen Passwortmanager wie Dashlane herum.

Sichern Sie Ihr WLAN ab

Denken Sie daran, Ihr Funknetz zu verschlüsseln, am besten mit WPA/WPA2. Wenn Ihr WLAN-Router schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat, ist die Verschlüsselung vielleicht noch nicht von Haus aus eingestellt, kann aber in der Regel leicht nachträglich eingerichtet werden.
Auf diese Weise verhindern Sie nicht nur, dass ungebetene Gäste unter Ihrer „Schirmherrschaft“ surfen können, sondern verhindern auch ein Ausspähen Ihrer eigenen Daten.

Arbeiten Sie mit eingeschränkten Rechten

Die meisten Benutzer arbeiten nach der Installation Ihres Computers mit dem vorinstallierten Administratorkonto.
In diesem Fall haben jedoch evtl. eingedrungene Schadprogramme vollen Zugriff auf alle wichtigen Systemdateien.
Deshalb sollten Sie z.B. für das Surfen im Internet einen Account mit eingeschränkten Rechten anlegen. Sie können das über die Benutzerverwaltung in der Systemsteuerung erledigen.

Ein Resümee

Hundertprozentige Sicherheit ist – selbst mit gigantischem Aufwand – leider nicht zu erreichen.
Jedoch können Sie mit einigen einfachen Maßnahmen schon einen Großteil der Bedrohungen abwenden.

Sehen Sie mir nach, dass ich weitere sicherheitsrelevante Themen wie Freigabeeinschränkungen, Onlinebanking, Verschlüsselung, Wechsel des Betriebssystems usw. usf. hier nicht mehr erwähnt habe. Das würde den angedachten Rahmen sprengen.
Aber so habe ich es geschafft, dass Sie zu Ende gelesen haben!